Kreistag und Klinikleitung müssen Kritik an den Plänen des Neubaues ernst nehmen

Die Göppinger Piraten sind enttäuscht vom Vorgehen des Kreistags und der Klinikleitung beim Klinikneubau. »Anstatt die anhaltende Kritik ernst zu nehmen, soll mit Hilfe einer PR-Agentur das Image des Neubaus aufpoliert werden. Wir halten dieses Vorgehen für zutiefst undemokratisch«, so Michael Freche, Spitzenkandidat der Piraten für den Kreistag. »Die Versprechungen, Offenheit herzustellen, entpuppen sich als heiße Luft: Die relevanten Gutachten sind immer noch nicht vollständig veröffentlicht, und ein Konzept zur Einbeziehung der Bürger in den Entscheidungsprozess existiert auch nicht.«

Die Piraten stören sich auch an der Behauptung, der Beschluss für den Neubau sei unumkehrbar. »Es haben zwar im Kreistag alle Fraktionen einstimmig für das umstrittene Projekt gestimmt, Bürgerbeteiligung war aber nicht gefragt«, so Michael Freche. »Das heißt also noch lange nicht, dass man nicht trotzdem andere Wege gehen könnte. Es gibt weiterhin die Möglichkeit, durch vollständige Transparenz und einem offenen Diskurs mit den Bürgern zu einem guten Ergebnis zu kommen, das dann auch allgemein akzeptiert wird.

Die Göppinger Piraten haben schon vor drei Wochen in einem offenen Brief an Kreisrat Peter Feige mehrere Aspekte des Klinikneubaus in Frage gestellt und erneut die Veröffentlichung des HWP-Gutachtens gefordert.
»Viele Punkte in dem Gutachten sind sehr zweifelhaft«, so Johannes Haux. »So wissen wir zum Beispiel, dass die Anzahl der Hubschrauberanflüge im Gutachten stark überhöht ist – die nachweislich falschen Zahlen werden aber trotzdem nicht korrigiert.« Auch den angeblich maroden Zustand der Klinik können ehemalige Mitarbeiter nicht bestätigen. »Die Klinik wurde (und wird) ständig modernisiert. Ich bezweifle, dass sich die Kreistagsmitglieder hier selber ein Bild gemacht haben«, so Haux weiter. »Außerdem gibt es noch jede Menge baurechtliche Hürden. Der Beschluss wurde gefasst, der Weg ist unklar.«

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